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Drei 4000er in drei Tagen – Wallis 2008

Auch in diesem Jahr stiftete uns Jürgen, genau wie letztes Jahr, wieder einmal dazu an, auf  hohen Bergen herum zu kraxeln. Jedoch sollte es dieses Jahr nicht bei 3000ern bleiben, sondern wir nahmen uns die 4000er vor. Und wo könnte man sich dem besser widmen als in der Schweizer Hauptstadt des Bergsteigens - Zermatt. Ursprünglich wollten sich Jürgen Wendemuth, Michael Severin, Jens Kowalewski, Michael Winkler und ich auf diese Fahrt begeben, doch Michi Winkler musste leider aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig zu Hause bleiben.

1 Breithorn-Massiv

Am Montag, 25. August, um 5 Uhr trafen wir uns bei Jürgen und fuhren dann nur mit den nötigsten Pausen direkt nach Täsch, den letzten Ort vor Zermatt. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, sahen wir uns noch ein wenig in Täsch um, planten die Tour für den nächsten Tag und erkundigten uns, wie das Wetter in den nächsten Tagen werden sollte.

Am Dienstagmorgen fuhren wir ins Nachbartal nach Saas-Fee, unseren Ausgangspunkt für unsere erste Akklimatisierungstour. Nachdem wir die ersten knapp 1000 Höhenmeter entspannt mit der Seilbahn überwunden hatten, lagen noch ca. 600m vor uns um den Gipfel des Mittagshorns zu erreichen. Bei Sonnenschein und guter Sicht führte der Weg erst über große Blockfelder und später über einen sehr gut gesicherten und exponierten Klettersteig.

2 Aufstieg zum Mittagshorn
3 Klettersteig Mittagshorn

Pünktlich zum Mittag erreichten wir den Gipfel. Dank des guten Wetters konnten wir auch schon das Ziel des Nächsten Tages sehen, das Allalinhorn. Während des Abstiegs sahen wir mehrere Steinböcke, die unweit vom Weg grasten. Mit der Bahn ging es dann wieder die letzten Meter ins Tal hinunter und danach mit dem Auto zurück nach Täsch in unsere Unterkunft.

4 Saas Fee im Hintergrund

Nach einer weiteren ruhigen Nacht und einem anständigen Frühstück fuhren wir wieder nach Saas-Fee. Auch dieses Mal musste die Bahn zum schnellen Aufstieg herhalten. Jedoch ging es zwei Stationen höher, zur Metro-Alpin bis auf über 3000 Meter Höhe. Von dort aus ein Stück gemächlich über die Pisten des Sommerskigebietes, wo man aufpassen musste, dass man nicht von tempobesoffenen Skifahrern über den Haufen gefahren wird. Anschließend ging es recht straff bergauf, immer weiter Richtung Gipfel. Wieder einmal fast als Letzte erreichten wir den Gipfel des Allalinhorns gegen Mittag. Während unserer Gipfelrast umhüllten zwar einige Wolkenfetzen den Gipfel und vermieste uns ein wenig die Sicht, aber nicht die Laune, denn für drei von uns war es mit 4027m immerhin der erste 4000er. Der Abstieg ging recht zügig, doch war er wegen des aufgeweichten Schnees ziemlich mühsam. So erreichten wir dann am frühen Nachmittag wieder die Bergstation und fuhren mit der vorletzten Bahn ins Tal.

5 Aufstieg zum Allalinhorn
7 Gipfelgrat Allalin
6 Aufstieg zum Allalin 2

Am Abend zurück in der Unterkunft ruhten wir uns aus und sammelten Kräfte für den nächsten Tag, denn dann sollte es mit der Bahn auf das Kleine Matterhorn gehen. Micha ging es an diesem Abend nicht so gut. Ihm hatte die Höhe ganz schön zu schaffen gemacht, und so beschloss er für sich im Tal zu bleiben. Leider! Aber wenigstens konnte Micha ausschlafen, denn für uns ging es um 6 Uhr los, damit wir möglichst eine der ersten Bahnen auf das Kleine Matterhorn bekommen würden. Zum Glück klappte es auch so wie wir es geplant hatten und standen kurz nach 8 Uhr auf dem Breithornplateau und genossen bei nur -6 °C den herrlichen Blick auf die umliegenden 4000er.

Den richtigen Weg über das Plateau und den  Sattel zu finden war nicht schwer, denn es zog sich eine ca. 20 Meter breite von den Menschenmassen ausgelatschte Trasse hinüber zum Breithorn. Unser Weg jedoch bog von der breiten Trasse ab und führte schmal am Hang entlang in Richtung Zwillingsjoch.

Am späten Vormittag erreichten wir dann den Einstieg zum Grat des Pollux. Jetzt machten sich bei Jürgen die deutlich dünnere Luft und die Anstrengungen der letzten Tage bemerkbar und er entschloss sich dazu, auf Jens und mich am Einstieg zu warten. So konnten wir auch unser Gepäck zurücklassen und nahmen nur das nötigste mit auf den Weg zum Gipfel. Zuerst durchstiegen wir eine steile Firnrinne und später über einen felsigen Grat mit leichter Kletterei bis zum 3.Grad, die teilweise mit Ketten abgesichert war. Die letzten Höhenmeter ging es noch über einen Firngrat, und nach 2 Stunden erreichten Jens und ich dann endlich den Gipfel des Pollux. Das Panorama war einfach phantastisch.

8 Querung zum Pollux (Hintergrund Breithorn)
9 Abstieg Pollux

Man konnte fast alle anderen 4000er der Alpen sehen, also auch Mont Blanc und die nahegelegene Dufour Spitze. Nach kurzer Rast und dem obligatorischen Gipfelfoto machten wir uns wieder auf den Rückweg um Jürgen nicht zu  lang warten zu lassen. Nach weiteren 2 Stunden trafen wir wieder am Einstieg ein. Von dort aus stiegen wir noch weitere ca. 300 Höhenmeter ab, bis wir das auf italienischer Seite liegende Refugium Ayas erreichten. Mit dem Wirt wurde auch gleich eine Übernachtung klar gemacht und nach einem guten Abendessen und einem Schluck Rotwein fielen wir dann auch schon bald in unsere Betten.

Am nächsten Morgen stiegen wir wieder bis ins Zwillingsjoch auf. Doch dieses Mal erwartete uns dort ein herrlicher Sonnenaufgang über Liskamm und Castor. Der Weg führte uns zurück zum Breithornsattel und von dort aus über den Ostaufstieg auf das Breithorn, zusammen mit vielen  anderen Menschen. Nachdem wir auch den ausgesetzten Gipfelgrat überwunden hatten, erreichten wir den Gipfel des Breithorns am frühen Nachmittag. Der folgende Abstieg war nach ganzen 20 Minuten geschafft. Doch der Weg über das Breithornplateau zog sich nochmal ziemlich hin. Zurück am Kleinen Matterhorn wartete zu unserer Überraschung auch schon Micha auf uns. Zusammen ging es dann mit der Bahn wieder talwärts und zurück zur Unterkunft.

10 Breithorn

Am Samstagvormittag traten wir dann die Rückreise an. Leider!! Aber es waren einfach  phantastische Tage mit einer tollen Truppe!

Ich kann nur sagen: danke für die super Organisation Jürgen!

Berg Heil

      Martin Kluschke

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