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Frühjahrsfahrt - Sardinien 2012

Am Samstag, den 17.03.2012, war es endlich so weit. Die seit vielen Jahren von Guido angestiftete und bereits zur Tradition gewordene Frühjahresfahrt stand wieder an. Die Idee für das Ziel stammte dieses Mal aus Sachsen, von seinem Freund Urb.

Sardinien sollte es sein und von den erst sechs Teilnehmern starteten aus verschiedenen Gründen nur vier. Das waren Karin, Guido und ich, aus dem Harz sowie Ulli aus Sachsen.
Wir trafen uns in Berlin Schönefeld auf dem Flugplatz und nach ca. zwei Stunden Flugzeit landeten wir gegen 19 Uhr in  Olbia, im Nordosten der Insel. 
Dort holten wir unseren bereits von zu Hause bestellten Mietwagen ab und begaben uns auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz.

Flugpl

Nach einigen Misserfolgen, einen geöffneten Campingplatz zu finden, schlugen wir dann unser Lager auf einem Parkplatz direkt an der Küste des Mittelmeeres auf. Vor Sorge, dass es Ärger geben könnte, blieb Karin die Nacht über im Auto und wir „Jungs“ lagerten unter freiem Himmel.

Nach dem Aufstehen wollten wir gleich weiter, Benzin und Kartuschen für die Kocher besorgen. Denn Frühstück ohne Kaffee, das geht gar nicht! Erstes Ziel war das Klettergebiet Fuili bei  Cala Ganone. Auf dem Weg hatten wir auch erfolgreich eingekauft und bereiteten nun unser Frühstück vor. Den Kaffee mussten wir leider ausfallen lassen, denn die Kartuschen die wir gekauft hatten passten nicht an den Brenner.
Erste Routen kletterten wir im Sektor Spiaggia und arbeiteten uns dann schluchtaufwärts zu einem 80 Meter Pfeiler vor, dem „Paretine del Cannounau“, der zwei schöne Mehrseillängentouren versprach. Leider gelang nur die Tour „Abracadabra“ zwei Seillängen (5c/6a - 80 Meter). Die andere Tour war nicht in gesamter Länge kletterbar, weil sie in der 3.SL zu brüchig wurde.
Den sportlichen Teil vom Tag abgeschlossen, begann wieder die Schlafplatzsuche. Da auch hier der Campingplatz noch geschlossen war, fuhren wir Agritorismo – Hinweisschildern nach und bereits beim zweiten Mal fragen, waren wir erfolgreich. Ein aus Rumänien stammender Ziegenhirte wies uns einen Platz für die Zelte zu. So hatten wir ein sehr schönes Lager außerhalb des Ortes Cala Ganone, weit über dem Meer zwischen Ziegen Hühnern, Katzen und Hunden. Die Toilette und Dusche, die zu den Gästezimmern gehörte, durften wir benutzen  und der Preis war auch sehr günstig. Also alles war gut. Zu unserer Freude kam, nachdem wir unser Abendessen gekocht und verspeist hatten, der scheinbar etwas einsame Ziegenhirte zu uns und lud uns auf ein Glas Rotwein ein. Anscheinend hatte er sich so sehr gefreut endlich wieder Gesellschaft zu haben, dass wir auch noch ein zweites Abendessen einnehmen mussten.

Agrit

Erster Gang: Brot, Schafskäse und dazu Rotwein aus der Region
Zweiter Gang: Scharf geröstetes Ziegenblut im Darm (glauben wir), Brot und dazu Rotwein aus der Region
Dritter Gang: Ziegenrippchen (von einem kleinen, niedlichen Zicklein, welches 30 Tage alt wurde) und dazu Rotwein aus der Region
Vierter Gang: Äpfel und Orangen aus dem eigenen Garten – sehr lecker !!!

Der Rotwein aus der Region zwang uns nun  in unser Schlaflager.  Ein unvergesslicher Abend.

Am Montag, den 19.03., fiel unsere Wahl auf das Gebiet „La Poltrona“ (Ohrensessel) bei Cala Ganone. Ein von weitem schon ins Auge fallendes Gebiet, was aussieht als wäre von einem riesigen Wasserstrudel ein Kessel in den Berghang geschliffen worden. Dort bewegten wir uns erst in dem unteren Sektor. Der krönende Abschluss für dieses Gebiet war dann im Hauptsektor der Weg „Otto + Barnelli“, eine schöne aber nicht zu unterschätzende  Tour (6a), die uns Vier, 150 Meter den steilen Fels hinaufführte.
Cala Ganone hielt uns weiter im Bann. So besuchten wir am Dienstag erst das Gebiet „Budinetto“, ein ähnliches Gebiet wie „La Poltrona“. Später zogen wir, vom Regen vertrieben (nach einem Zwischenstopp  im Ort zum Vorräte auffüllen, neuen Kletterführer kaufen, Karten schreiben und Eis essen!), in das beeindruckende Gebiet „Margheddie“ , welches ca. 100 Meter oberhalb der Steilküste liegt. Am Abend verwöhnte uns Karin mit einer sehr leckeren Gemüsepfanne.
Der neue Kletterführer eröffnete uns neue Möglichkeiten. So lockten uns relativ neu erschlossene Gebiete, die uns lohnenswert erschienen. So hielten wir uns die nächsten zwei Tage weiterhin in der Nähe von Cala Ganone auf. Die Wahl für heute fiel auf das Gebiet „Buchi Arta“.     Wir Vier sind uns einig, ein guter Tipp!!!

Buchi

Ein sehr schönes Gebiet, in einem Tal mit einem Eichenwald. Dort werden Schweine gehalten und es macht   riesig Spaß, sie zu beobachten, wie sie sich grunzend mit ihren Ferkeln durch den Waldboden arbeiten. Bei bestem Wetter konnten wir eine Route nach der anderen klettern.

Donnerstag ging es zum Gebiet „Monte Bonacoa“, welches wir nach einer etwas abenteuerlichen Anfahrt erreichten. Von der Ferne schön anzusehen, doch geklettert sind wir schon in schöneren Gebieten. Das Wetter tat sein Übriges dazu (Wind, Wolken und nur um die 12 Grad), so dass wir recht zeitig die Hand vom Fels ließen.

Freitag, den 23.03., fuhren wir in den SW der Insel. Masua hieß unser Zielort mit dem Klettergebiet „Castello dell’ Iride“. Nach ca. 3,5 Stunden Autofahrt quer über Sardinien waren wir endlich da und uns eröffnete sich ein einzigartiger Blick auf eine sehr schöne, steile Küste mit einer vorgelagerten Insel Il Zucchero (Zuckerhut).

Den Pinienwald ganz in der Nähe hatten wir auch schon als Schlafplatz im Auge. Wir gingen gleich wieder an den Fels. Kalkwände mit Tröpfchenlöchern, versprach der Kletterführer und das hielt das Gebiet auch.

MasuaInsel
Masua
Dentist

Am Samstag hatten wir nur noch den Vormittag für die Kletterei, denn wir mussten bis zum Abend wieder in Olbia bei unserem Flieger sein. So gingen wir bis 13 Uhr an die Felsen. Bestes Wetter und sogar Delphine, die wir vom Wandfuß aus beobachten konnten, machten uns den Abschied nicht gerade leicht. Dann hieß es  Sachen flugfertig packen, ein abschließendes Bad im Mittelmeer nehmen und zurück zum Flugplatz.
Nach einem ruhigen Flug landeten wir gegen 22 Uhr wieder in Berlin.

Gruppe
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