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Bericht zum
Bergwacht-Winterlehrgang 2006 in Rottach – Egern

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Schon lange war geplant diesen Lehrgang, der schon über 20 Jahre von den Kameraden der Bergwacht des Kreisverbandes Goslar durchgeführt wird, zu nutzen. 2005 wurde der erste Spion, nämlich Volker Kreibich mitgeschickt um die Lage zu erkunden. Sein Bericht war so positiv, dass Jens Kowalewski, der Leiter der hiesigen Bergwachtbereitschaft, und Bodo Dunkel sich entschlossen an dieser Schulung teilzunehmen.

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Da es schon morgens am 18. Februar von Langelsheim losgehen sollte ließen wir uns von Andreas Kowalewski, dem an dieser Stelle noch einmal Dank gesagt werden soll, schon  Freitagabend nach Langelsheim bringen und übernachteten dort in der DRK Zentrale. Bevor wir uns zur Ruhe legten musste das Gepäck in den Fahrzeugen untergebracht werden, was fast unmöglich schien. Aber die Routiniers aus dem Kreis Goslar hatten das gut im Griff. Jens und ich gingen noch zum sehr guten Chinesen essen und verbrachten die Nacht dann in der Unterkunft. Um vier war wecken. Die Besatzungen wurden auf die Autos aufgeteilt und pünktlich um 5 ging es los. Ich war Copilot bei Roman, der mich sicher bis an den Tegernsee brachte. Mit schönen Gesprächen verkürzten wir die lange Fahrt. Wir stellten uns vor und sprachen über Gott und die Welt. So stellte sich heraus dass Roman schon ein Skiprofi ist und ich sicherlich einiges von Ihm abschauen konnte.

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In Rottach – Egern erwartete uns eine Menge Schnee und ein 20 minütiger Aufstieg zu unserem Quartier. Gott sei Dank wurde das Gepäck mit dem geländetauglichen T 4 zur Hütte gefahren. Die Zimmer wurden bezogen und dann trafen wir uns im Aufenthaltsraum, wo die Verhaltensmaßregeln angewiesen und der Ablauf des Lehrgangs bekannt gegeben wurde.

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Alle stellten sich vor und dann begann schon der Unterricht. Nichts war verbissen aber die Unterrichtsstunden in der ganzen Woche wurden doch mit großer Ernsthaftigkeit durchgeführt. Die theoretischen Komplexe der möglichen Verletzungen und deren Handhabung  auf der Piste wurden jeweils durch anschließendes Üben sehr interessant und abwechslungsreich durchgespielt. So kamen diverse Vakuumschienen für die verschiedensten Einsatzfälle  zur Anwendung. Infusionen wurden angelegt, Unterkühlungen und Erfrierungen wurden behandelt, aber auch Wetterkunde und Skipflege ergänzten den Unterricht.

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Das Wichtigste aber war ja die Anwendung der Theorie in der Praxis auf der Piste. So ging es am zweiten Tag also raus in die Natur und es wurde das skifahrerische Vermögen eines jeden Kursteilnehmers getestet. Es wurde rasant auf der Piste gefahren aber auch off-road und im tiefen Schnee getestet. Ulli Siewert, unser Arzt und Guide, ging auch gleich richtig ran, so dass der Testtag ganz schön verrückt war. Aber es war auch ein tolles Erlebnis, denn ich hätte nie geglaubt einmal solche Hänge und Waldpassagen zu befahren.

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Daraus ergab sich dann die Gruppeneinteilung. Für die Teilnehmer bei denen das Können ausreichte wurde am nächsten Tag schon mit dem Akia geübt. Nach kurzer Einweisung  ging es auf die Piste und die verschiedensten Unfallsituationen wurden durchgespielt. Das Opfer hatte es natürlich am besten. Aber jeder war mal Opfer, z.B. mit Beinverletzungen, Schädelhirntrauma oder auch Wirbelsäulen- verletzungen. Hierbei wurde mehrere Tage das ganze Bergungsszenario bis zur Übergabe an den Rettungsdienst durchgespielt. Höhepunkt waren immer die Fahrten mit dem Rettungsschlitten (Akia). Die Rettungsfahrten wurden immer schneller, aber bei Skistellung quer zur Fahrtrichtung  hatte ich auch Probleme, so dass dieser Ausbildungskomplex verstärkt geübt werden musste.

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Wer nicht in der Akiagruppe war,  perfektionierte sich unter Anleitung von Peter und Roman  im Skifahren. Der Fortschritt liess sich auch nicht mehr aufhalten. Nach der Woche war jeder in der Lage mit dem Akia zu fahren und bei einer Bergung seinen Mann / Frau zu stehen.

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Der Höhepunkt war dann am Mittwoch die Hochtour mit Tourenski und Steigfellen zum Plankenstein. Ulli unser Führer zeigte uns die Techniken mit sehr viel Umsicht und Einfühlungsvermögen damit der Aufstieg aber auch die anschließende Abfahrt nicht zur Qual wurden. Das war ein Wahnsinnserlebnis. Ulli führte uns bis in die Scharte vor dem Plankenstein. Ronald Kruft und ich folgten seiner Spur bis auf das Joch. Freundlich lachend erwartete uns unser Führer als wir uns nach einiger Zeit zu ihm hoch gekämpft hatten. Kühn fuhren wir im meterhohen watteweichen Schnee zu den verbliebenen Kameraden. Nach kurzer Zeit waren wir bei Ihnen und es ging gemeinsam fahrend und lustig stürzend zu Tal. Es erforderte doch schon einigen Mut durch den Wald zu fahren und sich in die Steilabbrüche zu stürzen. Größere Verletzungen blieben aus. Nur Jens zog sich eine Zerrung am Knie zu an der er einige zeit zu knabbern hatte.

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Im Tal angekommen gruben wir uns zum biwakieren Höhlen in den Schnee. Hierbei tat sich Ronald besonders hervor. Er hat wohl das Eskimogen. Dann wurde gekocht was das Zeug hält. Die Kocher schnurrten den ganzen Abend. Küchenchefin war Andrea aus Oker. Auch sie hat tapfer mit uns die Nacht im Schnee verbracht. Nach einigen Tassen Glühwein zogen sich alle in Ihre Behausungen zurück. Wer schlafen konnte wurde vom durchsickernden Regenwasser geweckt.

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Bald wurde etwas gegessen und die klatschnassen Schlafsäcke verpackt. Im Regen, der den ganzen Tag anhielt, fuhren wir dann zur Talstation unserer  Ausbildungspiste und schlurften dann zur Hütte wo erst mal eine Trockenorgie begann. Die Küchenbesatzung hatte für uns schon liebevoll warme Getränke und Essen  vorbereitet. Wie überhaupt alles perfekt und mit großem Einsatz der Kameraden des DRK und der Bergwacht aus dem Kreis Goslar organisiert war. Auf Grund des Wetters wurde die Veranstaltung im Hüttlein fortgesetzt.

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Abends ging es dann zum kollektiven Abschluss in ein Almwirtshaus. Bei einem tollen Essen ging es ziemlich lustig zu. Es war eine Art Vorprüfung.

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Für Freitag war diese nämlich angesetzt. So ganz ohne war die aber nicht, da die Ansprüche doch ziemlich hoch sind. Als Rettungsassistent hatte Ronald hier Heimvorteile und bestand auch prompt. Trecker und ich bekamen ein paar Wochen später Gelegenheit die Prüfung zur Winterrettung abzulegen. So sind wir jetzt auch Winterretter.

Eine anstrengende Woche ging zu Ende.

 

Vielen Dank noch einmal an die emsigen Organisatoren.

 

              Bodo D.

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